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#dedoc Blogparade: Hallo, ich bin Aleks! Nice to sugar you!

Es gab mal diese Sendung, in der man fragte: "Was bin ich?" und für jede falsche Antwort bekam derjenige, dessen Beruf man erraten sollte, 5 Mark in sein Schweinchen gefüllt. Es wäre lustig, das hier nachzuahmen, aber dazu soll dieser Post ja nicht dienen. Schließlich möchte ich mich ja vorstellen und euch nicht euer Geld aus der Tasche ziehen ;)

Die Frage nach "Wer/ was bin ich?" ist einerseits einfach zu beantworten. Eine Frau. Eine 25-jährige. Eine Studentin. Eine Katzenbesitzerin. Eine Essenerin. Eine Brillenträgerin. Eine Musikliebhaberin. Eine Freundin.

Andererseits ist es aber doch nicht so einfach, zu sagen, wer man ist, wenn man das ausblendet, was einen am Meisten definiert: eine Typ1- Diabetikerin.

Natürlich ist eine Krankheit nicht das, was einen definiert. Aber es ist der Beruf, den ich schon 14 Jahre meines Lebens ausübe! Also ist es das längste, was ich in meinem Leben gemacht habe und wahrscheinlich noch lange lange machen werde. Und weil Diabetes keine Nebensache ist. Zumindest nicht immer. Er wird irgendwann Routine, aber manchmal fordert er doch mehr Aufmerksamkeit. Ich bin aber nicht meine Krankheit, meine Krankheit ist ich!

Und da wir uns wirklich gut verstehen (was nicht zuletzt an unserem Zuwachs Ende Januar liegt, da kam nämlich MIA (Me Incredibly Awesome), meine Pumpe), machen wir auch wirklich viele Dinge zusammen! Und genau die Zusammenstellung all dieser Dinge ist es, was Aleks zu Aleks macht.

Wir haben unser Abitur gemeistert!
Und wir sind umgezogen. Zwei Mal sogar.
Jetzt haben wir einen Freund, eine Wohnung und zwei (wirklich Unsinn treibende!) Katzen.
Wir lesen gute Bücher (diese verschlingen wir teilweise an einem Tag!).
Außerdem lieben wir Serien! Nur leider gibt es nicht genügend Zeit am Tag, um alles durchzusehen. Deshalb schauen wir manchmal auch klammheimlich in der Uni, während der Vorlesung ;) Dort verbringen wir übrigens gerade 4 Tage die Woche von morgens bis abends (tatsächlich!). Und sind freitags immer froh, wenn wir uns mal so richtig ausschlafen können.
Wir lieben es zu kochen! Morgens gibts dann auch öfter Apfelpfannkuchen oder aber am Wochenende Kuchen und Torten und Lasagne und Tomatensuppe und und und. Das würde erheblich den Rahmen sprengen, wenn wir hier alles aufzählen würden ;)
Musik ist unsere innere Sprache. Die Texte können wir uns wesentlich besser merken als jegliche Formeln in der Uni. Dabei spielt das Genre nicht so eine große Rolle, denn eigentlich hören wir Querbeet. Aber für Rock sind wir immer zu begeistern!
Schminken finden wir super, können aber auch beruhigt ohne Make-Up auf die Straße gehen.
Wir haben mal Schach gespielt. Aber die Verluste konnten wir nicht mehr so wirklich kompensieren, weshalb wir schnell die weiße Fahne gehisst haben.
Wir sind nicht shoppingsüchtig und wir besitzen nur knapp 7 Paar Schuhe!
Pinguine sind unsere Lieblingstiere und Tierdokus können wir nie ohne Tränenvergießen schauen.
Unsere Lieblingsfarbe ist violett und unsere Lieblingszahl ist die 18.
Unser Lieblingsauto ist der VW New Beetle.
Wir lieben England und wollen später einmal in London leben.
Wir waren kaum im Ausland, aber es war die wenigen Male spannend und schön.
Wir sind handwerklich begabt und lieben es zu putzen!
Unser liebstes soziales Netzwerk ist Twitter, aber Instagram ist auch ganz okay.
Wir sind stolz auf unseren Foodporn manchmal ;)
Wir lieben die englische Sprache!
Wir sind Teil einer großen Community.

Ich bin Diabetikerin - das hier ist #dedoc - all diese Dinge machen mich aus. Und all diese Dinge tue ich gerne - mit meinem Diabetes. Denn wir sind ein gutes Team und dankbar, uns zu haben, weil wir sonst nicht die wären, die wir heute sind.

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Sharing your disease

Wir alle teilen die gleiche Krankheit

Manche mögen den Diabetes nicht als Krankheit an sich sehen, sondern eher als unseren täglichen Begleiter, der uns jeden Tag aufs neue herausfordert. Diabetes ist eine Herausforderung, die man auch erstmal meistern muss!

Das Schwierige an der Sache ist aber auch, anderen zu erklären, wie das wirklich ist, wenn es diese Menschen nicht selber betrifft. Natürlich sind Familie, Freunde und Kollegen für einen da, man kann sagen "Ich fühle mich jetzt nicht gut, da ich unterzuckert bin" oder man erklärt, warum man wütend ist, wenn wieder einmal ein unerklärlicher Wert aus dem Nichts erscheint, aber es ist eben doch nicht dasselbe.

Deshalb ist es für die meisten Diabetiker wichtig, auch mit Gleichgesinnten zu reden. Das ist auch der Grund, warum so etwas wie #dedoc toll ist! Obwohl wir nicht alle an dem gleichen Ort sind, können wir uns trotzdem austauschen, um Rat fragen, Erfahrungen teilen. Und am anderen Ende gibt es Menschen, die genau wissen, wovon man redet.

Es ist schon ein bisschen makaber zu sagen, dass es schön ist, so viele Leute durch die Krankheit kennengelernt zu haben. Schließlich ist krank sein nicht wirklich etwas positives, worüber man sich freuen sollte. Aber wenn wir doch schon alle mehr oder minder (unter dem Gesichtspunkt des Krankseins) das gleiche Schicksal teilen, sollten wir auch das Beste daraus machen smiley

Die Erfahrung der letzten Monate hat mir gezeigt, wie enorm hilfreich es für mich persönlich war, mich mit anderen austauschen zu können. Als ich Diabetes bekam, hatte ich bis auf die Ärzte niemanden zum Reden. Man war auf sich alleine gestellt und alle haben irgendwie versucht, einem das Gefühl zu geben, sie wüssten, wovon man redet. Aber im Endeffekt wissen sie es eben doch nicht, egal, wie belesen sie sind.

Das in Worte zu fassen, ist einfach schwierig. Ich persönlich habe so viele nette Menschen kennengelernt, dass ich sie heute auch nicht mehr missen möchte! Es tut einfach gut, mal mit jemandem zu reden! Sich auch mal im realen Leben mit jemandem zu treffen und sagen zu können, dass daraus wirkliche Freundschaften entstanden sind.

Ich bin überzeugt, dass viele solche Menschen brauchen. Die einen haben Stammtische in ihren Städten, die anderen Foren, Blogs oder Tweetchats. Aber im Endeffekt ist es doch egal, ob virtuell oder real: wir alle teilen die gleiche Krankheit und wir alle haben etwas darüber zu berichten. Und jede einzelne Geschichte ist es auch wert, angehört zu werden!

Und wenn wir eines Tages alt und runzelig sind, sind es vielleicht diese Geschichten, die man sich auf Welt-Diabetes-Tagen anhört oder in Büchern lesen kann und die nachfolgenden Generationen Mut machen und ihnen sagen: ihr seid nicht alleine!

Spread all over the world - share your story - raise awareness!

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