Sharing your disease

Wir alle teilen die gleiche Krankheit

Manche mögen den Diabetes nicht als Krankheit an sich sehen, sondern eher als unseren täglichen Begleiter, der uns jeden Tag aufs neue herausfordert. Diabetes ist eine Herausforderung, die man auch erstmal meistern muss!

Das Schwierige an der Sache ist aber auch, anderen zu erklären, wie das wirklich ist, wenn es diese Menschen nicht selber betrifft. Natürlich sind Familie, Freunde und Kollegen für einen da, man kann sagen "Ich fühle mich jetzt nicht gut, da ich unterzuckert bin" oder man erklärt, warum man wütend ist, wenn wieder einmal ein unerklärlicher Wert aus dem Nichts erscheint, aber es ist eben doch nicht dasselbe.

Deshalb ist es für die meisten Diabetiker wichtig, auch mit Gleichgesinnten zu reden. Das ist auch der Grund, warum so etwas wie #dedoc toll ist! Obwohl wir nicht alle an dem gleichen Ort sind, können wir uns trotzdem austauschen, um Rat fragen, Erfahrungen teilen. Und am anderen Ende gibt es Menschen, die genau wissen, wovon man redet.

Es ist schon ein bisschen makaber zu sagen, dass es schön ist, so viele Leute durch die Krankheit kennengelernt zu haben. Schließlich ist krank sein nicht wirklich etwas positives, worüber man sich freuen sollte. Aber wenn wir doch schon alle mehr oder minder (unter dem Gesichtspunkt des Krankseins) das gleiche Schicksal teilen, sollten wir auch das Beste daraus machen smiley

Die Erfahrung der letzten Monate hat mir gezeigt, wie enorm hilfreich es für mich persönlich war, mich mit anderen austauschen zu können. Als ich Diabetes bekam, hatte ich bis auf die Ärzte niemanden zum Reden. Man war auf sich alleine gestellt und alle haben irgendwie versucht, einem das Gefühl zu geben, sie wüssten, wovon man redet. Aber im Endeffekt wissen sie es eben doch nicht, egal, wie belesen sie sind.

Das in Worte zu fassen, ist einfach schwierig. Ich persönlich habe so viele nette Menschen kennengelernt, dass ich sie heute auch nicht mehr missen möchte! Es tut einfach gut, mal mit jemandem zu reden! Sich auch mal im realen Leben mit jemandem zu treffen und sagen zu können, dass daraus wirkliche Freundschaften entstanden sind.

Ich bin überzeugt, dass viele solche Menschen brauchen. Die einen haben Stammtische in ihren Städten, die anderen Foren, Blogs oder Tweetchats. Aber im Endeffekt ist es doch egal, ob virtuell oder real: wir alle teilen die gleiche Krankheit und wir alle haben etwas darüber zu berichten. Und jede einzelne Geschichte ist es auch wert, angehört zu werden!

Und wenn wir eines Tages alt und runzelig sind, sind es vielleicht diese Geschichten, die man sich auf Welt-Diabetes-Tagen anhört oder in Büchern lesen kann und die nachfolgenden Generationen Mut machen und ihnen sagen: ihr seid nicht alleine!

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