Tag X – der Tag an dem der Diabetes kam #DBW2014

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Oh ja ... es war der 6. Juli 2000, ein wunderschöner Tag mit blauem Himmel (wie ich Heute weiß), 2 Wochen vor den Sommerferien, 3 Wochen vor dem Urlaub in Kroatien.
Ich begann den Morgen wie immer, fertigmachen zur Schule, etwas Essen und dann los, ich bin noch mal auf den Balkon und schaute mich kurz um, sagte dann "Mutti, ist aber ganz schön neblig Heute". Was soll ich sagen, es war klares Sommerwetter, kein Wölkchen am Himmel. Somit ging es nicht zur Schule sondern zum Arzt.

Schon in den Tagen zuvor war schon einiges nicht mehr wie sonst. Nachts bin ich aufgestanden und habe stilles Wasser getrunken (literweise), welches ich sonst mit einem großen Bogen gemieden hab. Ich war müde, platt, leicht unausgewogen ... die Symptome aus dem Lehrbuch (wie ich nun weiß). Ein paar Tage zuvor war ich auf Klassenfahrt, somit schob meine Familie es damals zuerst noch auf den dortigen Schlafmangel ;). Es hegte sich jedoch langsamer der Verdacht, dass es nicht die Klassfahrt war sondern etwas anderes sein müsste. Das Wort "Diabetes" wurde in meiner Gegenwart jedoch noch nicht genannt. Also ging es an dem besagten 6. Juli dann zum Arzt.

Dort angekommen wurde ein schneller Urintest gemacht, dann zum Labor Blutabnehmen und  ... kurze Zeit später ... sprach die Ärztin den Verdacht aus Diabetes Mellitus Typ 1 (Blutzucker von 22,3 mmol/l (405 mg/dl)). Kurzer Anruf im Krankenhaus und dann ging es auch schon dort hin. Ich glaub damals hab ich das Ganze noch nicht wirklich realisieren können, es war einfach eine Portion zu viel für mich. Vor allem mit dem Wissen das ja in 3 Woche der Urlaub los gehen sollte ... Was sollte ich den jetzt im Krankenhaus? Wann kann ich hier wieder raus? ... das waren meine Gedanken damals.

40780406_M.jpgBald schon kam dann die Diabetologin, hatte mit meiner Mutter gesprochen und dann mit mir. Alles kurz erklärt und mir das "Diabetes-Buch für Kinder" geben mit den Worten "Ich habe gehört, dass es bald in den Urlaub geht, wenn du gut bist liest du dies hier und wir sprechen morgen nochmal über alles in Ruhe aber eigentlich sehe ich kein Problem mit dem Urlaub". In dem Moment sah man mir wohl meine Erleichterung an. Doch Sie legte noch nach "Möchtest du denn jetzt selbst das Spritzen üben? Denn, dass musst du bist zum Urlaub gut können". Ich war so in Gedanken und von den ganzen Eindrücken überflutet, dass ich einfach nur "Ja" gesagt habe. Kurze Zeit später verabschiedete sich meine Mutter um mir ein paar Sachen zu holen und die Schwester kam. Sie zeigte mir die Einmalspritzen und meinte "Heute musst du es noch nicht machen, wir üben Morgen gleich mit dem Pen". Ich war wieder etwas erleichtert ...

Ich laß den restlichen Nachmittag/Abend das Buch, ich hatte es noch an dem selben Tag durch. So ging ich dann voller Wissen und Fragen zur Ärztin und sie war ganz erstaunt das ich schon alles "aufgesogen" hatte, auch der Umgang mit dem Pen war dann Thema und das erste mal selbst Insulin spritzen.
Alles verging irgendwie wie im Fluge in den darauffolgenden Tagen: Schulungen, Ernährungsberatung, Besuch, ... und viel Langeweile ... naja Krankenhaus halt. 

Pünktlich am Tag der Zeugnisausgabe wurde ich "Entlassen" und bin auch noch zur Schule um mein Zeugnis abzuholen. Dann ging es in den Elektronik Fachmarkt um eine Küchenwaage zu besorgen (welche bis vor wenigen Monaten ihren Dienste tat, nun ersetzt werden musste). Und der Alltag holte mich ein ... die Ferien und natürlich auch der Urlaub in Kroatien. 3 Wochen Strand, Sonne, Spaß haben (zumindest für mich), denn ich glaub meine Familie hat es damals noch nicht so locker gesehen. Was passiert mit dem Blutzucker im Wasser etc ... aber es ging alles gut und es brachte auch dort im ganzen eine Normalität zurück.

Morgen werden es 5200 Tage oder ander gesagt 14 Jahre und fast 3 Monate. Die Zeit vergeht ... der Diabetes blieb und wird es wohl auch noch ... aber dennoch hat der Diabetes nie mein Leben bestimmt, wir haben uns arrangiert.
Der Diabetes hat mich zum Teil zu dem Menschen gemacht der ich Heute bin, hat mein Leben mehrfach in andere Richtungen gedreht. Wer weiß was ohne wäre  ... Eines weiß ich jedoch ziemlich sicher, ich hätte einige tolle Freunde weniger, die ich durch diese "Diabetes" kennenlernen durfte, mit denen ich schon viel Zeit verbringen konnte, lustige Momente hatte und welche einem auch immer wieder zeigen das man nicht alleine ist. 

Vor ein paar Jahren, hatte ich über 2 bis 3 familiäre Ecken erfahren, dass ich damals einen Rekord im Krankenhaus aufgestellt hatte. Am 2. Tag schon selbst Insulin gespritzt und nach 13 Tagen wieder raus. Das wurde den nachfolgenden Patienten immer gesagt. Heute denke ich das 13 Tage recht lang sind ... aber es sind ja auch 14 Jahre vergangen ... da ändert sich so einiges.

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