Technik, die begeistert - #DBW2014

Stell Dir vor, Du wärst Produktentwickler bei einem großen Pharmaunternehmen. Wie würde ganz realistisch Deine TraumInsulinpumpe, Dein TraumMessgerät oder Dein TraumPen aussehen!? Und was erwartest Du von der Zukunft in den nächsten 5 Jahren?

dbw

Wer mich kennt weiß, dass ich eigentlich nicht der Schreiber (Blogger) bin, fühle mich eher im Hintergrund wohl und sorge dafür das es läuft (wie auch hier ;) ). Nur dieses Thema finde ich spannend ... a persönlich und b halt auch beruflich.

Ich bin Realist genug um zu wissen das in den nächsten 5 Jahre keine riesigen Schritte in der technischen Entwicklung bei Medizinprodukten passieren werden. Dazu kenne ich die Entwicklungsschritte und Zeiträume zu gut aus meinem Beruf.
Wenn ich überlege was in den vergangenen 14 Jahren alles schon passiert ist ... "Damals" waren Pumpen Exoten ... H-Tron, D-Tron. Erinnert sich noch wer? Heute ist eine Pumpe schon etwas normales, zumindest kennt der Sicherheitsdienst am Flughafen die Pumpen schon und schaut einem nicht schräg an. Von daher sehe ich eher eine größere Zeitspanne was die rein technische Entwicklung an geht. Obwohl vieles schon längst im Alltag vorkommt nimmt es nur langsam Einzug in die Welt der Medizinprodukte.

Als Produktentwickler oder leitender Verantwortlicher würde ich mich dafür stark machen, dass die Geräte solide weiter entwickelt werden und vor allem sicher und zuverlässig laufen. Denn das ist bei einem Medizinprodukt meiner Meinung nach das A und O. Ich braucht kein TouchDisplay oder Hochglanzplastik außen rum, sondern ein Gerät auf das ich mich verlassen kann! Das sehe ich beim den Pumpen, CGMs oder dem FGM (flash glucose monitoring) genauso wie bei Messgeräten und Pens. 

Ich würde zudem versuchen einen Kommunikationsstandard zu entwickeln. Wie praktisch wäre es wenn jedes Messgerät zu jeder Pumpe seine Werte schicken könnte oder sogar noch weiter zum Smartphone in die Tagebuch-App. Ein Pen könnte auch sein letzte Dosis an die App senden und alles landet dann schön aufbereitet in der Anzeige und ich kann dort dann wirklich etwas erkennen und Schlüsse ziehen ... ohne großen Aufwand.
Das i-Tüpfelchen dazu wäre dann noch etwas Intelligenz, wenn ich am Montag morgen bis 9Uhr noch kein Eintragung gemacht hab sendet die App an meine SmartWatch einen Hinweis "Hey, was los keinen Hunger?" weil ich sonst immer zwischen 8 und 9 frühstücke ... natürlich kennt das System auch meinen Kalender und weiß das ich Dienstag Urlaub hab und fragt mich erst um 12Uhr ;) Oder die App wundert sich warum ich in der Pumpe einen Bolus abgebe aber keine Mahlzeit dokumentiere oder oder oder ... dort ist noch viel Potenzial ... unsere Smartphone Tastaturen wissen ja auch was wir schreiben wollen wenn wir nur wild auf dem Screen "rumwischen" oder nur ein paar Buchstaben tippen. Auch hier muss man dann abwägen wie weit es gehen soll, aber so eine kleine Hilfe im Alltag fänd ich schon klasse.

Genau an solchen Punkten sollte die Industrie ansetzten, auch wenn dort enorme Hürden zu bewältigen wären. Ich denke da an die Sicherheit, denn die ist glaub ich auf diesem Gebiert nochmal ein um einiges wichtiger als wenn ich einen E-Mail auf dem Smartphone anfange zu schreiben und dann weiter auf dem Tablet bis ich diese dann am Rechner absenden möchte. Wie sagt man dort so schön ... Probleme sind dazu da Lösungen zu finden.

Zwei weitere Aspekte bei dem Thema (Technik und Zukunft) sind auch noch wichtig.
Wie schon angedeutet, die Frage der Zulassung ... wer stellt sicher das mit dem Update von Gerät X auch noch das Gerät Y funktioniert und wie kann man Überhaupt ein Update machen? Habt ihr euch nicht auch schon mal gefragt warum man nicht einfach ein Messgerät und Pumpe mit einem Update mehr Funktionen spendiert? Im Alltag passiert das doch ständig bei vielen unserer technischen Geräte im Haushalt. Relativ simpel ... keine Firma, kein Mensch möchte die Verantwortung tragen oder kann vorher alle Konstellationen testen um sicherzustellen das es funktioniert. Es sind Medizinprodukte wo unser Leben dran hängt (Pumpe) und keine Unterhaltungselektronik worauf wir eigentlich auch verzichten könnten ;)
Das zweite Problem, wer soll es bezahlen? Schon jetzt muss diese Frage recht häufig in der Medizin gefragt und beantwortet werden, nicht nur bei Hilfsmitteln sondern auch bei Medikamenten. Forschung und Entwicklung kosten Geld, viel Geld ... dann die Anforderungen an die Zulassung ... und im Zweifelsfall nur eine kleine Gruppe Menschen die es nutzen können/wollen. Denn auch wir T1'er sind nicht der sehr große Markt ... 

 

Ich würde sagen, lassen wir uns überraschen und schauen am 25. September 2019 nochmal was sich wirklich getan hat ... ich bin sicher es wird sich einiges ändern die Frage ist nur was und wie ;)

 

Tags: 

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.