OpenBlog von InPerpetuum

Ich bin...

Eigentlich wollte ich heute keinen Beitrag leisten - Ich bin mir nämlich manchmal gar nicht so sicher wer ich eigentlich bin. Wie das eben so ist wenn das Leben sich umkrempelt. Ich hatte schon lange überlegt eine "Ich bin..." Liste zu erstellen (Es stand auf meiner To Do für mein 2015 Notizbuch). Also nehme ich jetzt das Thema zum Anlass das ganze etwas vorzuziehen. Und mich dabei ein bisschen mit mir selbst zu beschäftigen ;)

Ich bin...

...die, die mit dem Wald hinterm Haus aufgewachsen ist.
...die, bei der öfter mal Bambi vor der Gartentür stand.
...die, die früher immer auf Campingurlaub mit der Familie war.
...die, die noch nie Europa verlassen hat.
...die, die mit 7 Jahren und 11 Monaten die Herbstferien im KH verbrachte.
...die, die wegen des Dia totale Angst vor dem Altwerden hat
...und die deshalb viel zu viel Geld für die Rente an die Seite schafft.
...die, die fast einen Segelschein gemacht hätte (wenn sie denn die Prüfung geschafft hätte).
...die, die seit 3 Monaten mit dem Studium fertig ist
...und mit derm Vollzeitjob noch nicht so richtig klar kommt.
...die, die gerade vollkommen unfreiwillig zum total SAP-PSCD-Profi wird.
...die, die gerne wieder einen Balkon hätte.
...die, die sich fragt ob das bisher alles so die richtigen Entscheidungen waren im Leben.
...die, die eine "ganz okay"-Einstellung beim Dia für völlig ausreichend hält, weil sie für mehr eindeutig zu faul ist.
...die, die sich gerne Kreativ betätigen würde, der es aber an Kreativität absolut mangelt.

Bonus:

...die, die man vom 22. - 24. in Leipzig antrifft
...und natürlich im Januar in Berlin! ;)

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Von Schlauch zu Pod zu Schlauch

Der Titel sagt ja eigentlich schon alles - ich habe meinen Omni Pod wieder abgegeben!

Meine Pumpenkarriere begann in meiner Teenagerzeit mit einem der guten alten Medtronic Paradigm Modelle. Als Teenager ist man ja meist alles andere als einfach und meine Pumpe und ich wurden keine großen Freunde. Nach etwa einem Jahr lag sie in der Ecke. Meine Mutter hat sie mir vor ein paar Monaten mit meinen restlichen, alten Dia-Sachen in die Handgedrückt und gesagt ich solle ausmisten. Und siehe da: Sie funktioniert immer noch! (Ich konnte nicht anders als es zu testen ;) )

Irgendwann habe ich dann eingesehen, dass eine Pumpe die richtige Entscheidung ist. Es kam die Deltec Cozmo, das gute Stück! Sie sieht inzwischen, nach 5 Jahren, derbe ramponiert aus aber auch sie läuft (theoretisch) noch. Da die Produktion aber eingestellt wurde und auch das Zubehör bald nicht mehr zu bekommen ist, musste ich mich im letzten Jahr für eine Neue entscheiden.

Letztendlich hab ich mich für den Omni Pod entschieden. Einfach weil ich es mal ohne Schlauch probieren wollte, weil ich keine Lust mehr hatte ständig die Pumpe irgendwo unter zu bringen. Auch, weil die Zubehörtaschen für die Cozmo (Meine Liebste war die BH Tasche) einfach immer kaputt gegangen sind, die KK pro Jahr aber nur 2 davon übernimmt. Benötigt hätte ich mindestens 6. Ich war also genervt und wollte etwas freieres. Ist ja machbar. Die Zusage für den Pod kam und ich war Aufgeregt wie ein kleines Kind. Gleichzeitig hab' ich dann nochmal im Jakobi Krankenhaus in Rheine eingecheckt zur Schulung. Wenn schon denn schon. Der erste Dämpfer kam schon an Tag 1. 3 Verstopfungsalarme hintereinander und eine Diabetesassistentin, die vom Pod nichts hielt. Klasse. Die Dame bei Ypsomed an der Hotline hat mir dann am nächsten Tag wieder Mut gemacht: Die kaputten Pods werden ersetzt. Alles ist gut!

Letztendlich war gar nichts gut. Die ersten Monate waren Traumhaft, ich bin ja auch kein Mensch der sofort aufgibt (Jedenfalls rede ich mir das ein)! Die Alarme wurden weniger, ich wusste irgendwann wie ich den Pod behandeln musste, wo die passenden Setzstellen sind und wo nicht.

Die Stellen, an denen ich den Pod nicht setzen kann, überwiegen hier ganz klar:
- Arme: Keine Chance. Wahlweise habe ich nach 2 Tagen wahnsinnige Schmerzen oder ich treffe direkt eine Ader bzw. das Insulin kommt nicht durch.

- Rücken/Flanke: Verstopfungsalarm! Noch kein Pod hat hier länger als 1 oder 2 Stunden überlebt.

- Beine: Waren schon beim Pen tabu. Adertrefferquote: 100%. Wenn man die blauen Blutgefäße schon zählen kann, wenn man sich die Oberschenkel nur anguckt, ist das ein klares Zeichen für nicht ausreichend Fettgewebe (Was nicht heißt, dass das nicht genug wäre ;) Nur mehr an der Unterseite ;D).

- Viele tragen den Pod an der Wade oder dem Unterarm. Wade ist bei mir das Gleiche wie beim Oberschenkel. Unterarm geht - ich bevorzuge aber Tattoos auf meinen Unterarmen ;) Der Platz ist also begrenzt und es gibt wenig Stellen, die wirklich brauchbar sind bei mir ohne auf rotes Gold zu stoßen. Und jedesmal den Pod wechseln musste zwar sein - eigentlich sollte man aber schon mit 12 Paketen im Jahr auskommen…

Hinzu kam, dass ich Morgens regelmäßig mit unerklärlich hohen Werten aufwachte. Mal war alles gut, mal ein totales Desaster und ich wusste einfach nicht warum, bis mir irgendwann was auffiel. Immer, wenn ich Morgens auf dem Pod aufgewacht bin, war der Wert stark erhöht. Aha. Er geht danach immer schnell wieder runter, völlig unproblematisch. Es scheint einfach so, als ob das Insulin dann nicht vollständig dort ankommt, wo es arbeiten soll. Oder so.

Ich wurde sportlicher, wollte mich gesünder ernähren, mehr für mich tun. Allerdings: beim Ausdauersport rutschte des Öfteren die Kanüle raus (Joggen, Radfahren). Beim Krafttraining störte der Pod bei gewissen Übungen einfach maßlos.

Ich war irgendwann wieder nur noch genervt. Wenn man jeden Tag mit etwas arbeitet, dass einen eigentlich nur noch ankotzt, dann macht es wirklich keinen Spaß mehr. Zum Ende hin habe ich den Pod immer öfter einfach weggelassen und bin für ein paar Tage auf Pen umgestiegen - da wusste ich wenigstens das irgendwo im Körper Insulin rumschwimmt. Derzeit komme ich mit dem Pod nämlich im Schnitt auf eine Ketoazidose pro Woche. Und das kann ich im Endspurt meines Studiums einfach nicht gebrauchen.

Als ich meinen Arzt nach einem Wechsel fragte sagte dieser, dass ihn das nicht überrasche: Die Technik des Pods sei einfach unausgereift. Aber das stimmt nicht! Der Omni Pod funktioniert einwandfrei, wenn man weiß wie man mit ihm Umzugehen hat. Ich hatte kaum technische Probleme, abgesehen von Startschwierigkeiten (Inzwischen weiß ich, wie ich das PDM zu halten habe, damit es direkt eine Verbindung zum Pod hat. Ich weiß wie ich den PDM richtig bediene. Ich kann den Pod im Zweifelsfall manuell deaktivieren). Das Argument, dass die Technik unausgereift sei, sehe ich für mich nicht. Ich war absolut zufrieden! Mein Problem ist die Kürze der Kanüle. Mit der Cozmo hatte ich die langen 17mm Kanülen (45° Winkel) (Zugegeben 13mm hätten vermutlich auch gereicht, aber da habe ich nie drüber nachgedacht), der Pod kommt hier lediglich auf 9mm (45° Winkel). Und ich bin nun mal kein Size Zero Modell. Bei mir wackelt und schwabbelt auch mal was und das scheint dem Pod nicht so richtig zu gefallen. Vielleicht ist es auch zu viel "Masse". Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich solche Probleme bei meiner Cozmo in dem Maße nicht hatte.

Übrigens: Meine neue Pumpe ist die Animas Vibe ;) Der Wechsel verlief - bezogen auf die Krankenkasse - so dermaßen unproblematisch, dass man vielleicht lieber nicht darüber reden sollte. Abholen darf ich sie allerings erst am 27.06. - vorher fliegen der Pod und ich noch in den Urlaub. Und die 12 Pods die hier noch rumliegen, wollen auch noch aufgebraucht werden, bevor ich den PDM wieder abgebe ;)

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Blog what you love (Titel geklaut ;) )

Das hier ist jetzt offiziell mein 3. Post hier, damit bin ich wohl schon unter den Top 10 der Nutzer ;) ! Schon Grund genug einen eigenen Blog zu eröffnen? Nein. Für mich nicht. Ein ganz klares Nein.

Es ist jetzt nicht so, dass ich Blogs doof finde, uninteressiert bin oder sonst was. Ich bin absolut Pro Blogs. Ich lese viele Blogs, kommentiere aber (ehrlich gesagt) nur selten. Von den deutschen Diabetes-Bloggern befinden sich, meines Wissens nach, alle in meiner Leseliste. Dazu noch einige Amerikanische und einige Blogs, die mit Diabetes eigentlich nichts zu tun haben (Wobei ich schon auf manchen nicht-diabetes-Blogs Insulinpens auf Bildern entdeckt habe… oder sie Diabetes einfach mal in einem von Tausend Posts am Rande erwähnen (Stichwort Lea von Journey to her dreams (Ihre Geschichte hats in sich…)). Blogs sind eine tolle Erfindung!

Warum also habe ich keinen? Naja, ich hatte mal einen. Ich wollte das mal ausprobieren, mich an dieser riesigen Bloggerbewegung beteiligen und auch was vom Kuchen abhaben. Es war allerdings nie auf den Diabetes gerichtet. Tja und dann kam mir leider etwas in den Weg: Mein unendlicher Perfektionismus wenn es um kreative Dinge geht. Schreiben? Kann ich gut! Aber es muss perfekt sein! Malen und Zeichnen? Liebend gerne! Aber bitte nur absolut perfekt! Und wenn man schon einen Blog hat, dann muss man den auch Pflegen! Mindestens 3 Posts pro Woche in absoluter Beständigkeit (Dienstag, Freitag, Sonntag!)! Und bitte mit Bildern! Mein Handy macht zwar wirklich gute Bilder (für eine Handykamera) aber vielleicht sollte ich mir doch eine Nikon D 700 kaufen! Wird ja auch mal Zeit! Und so’n Blog, der braucht einfach gute Bilder, dafür ist mir kein Geld der Welt zu schade! Dann noch ordentlich die Bilder nachbearbeiten, sodass sie einfach hübscher wirken (Licht und Farbverläufe anpassen, etc.)! Und überhaupt und sowieso!

Das Ding ist leider, das ich weder Geld für eine Kamera habe noch besonders kreativ bin. Oder vielleicht bin ich kreativ aber mein Perfektionismus zerstört das einfach. Ich weiß es nicht. Außerdem beziehe ich selten richtig Partei. Ich weiß zwar welche Meinung ich eher vertreten würde, bin aber immer dafür einen Kompromiss zu finden! Lasst uns doch alle einfach gemeinsam Glücklich sein! Ich könnte also nie wirklich sage ob ich etwas gut oder scheiße finde. Es ist immer ein „Ja, aber“.

Im Endeffekt habe ich das Bloggen sehr schnell wieder aufgegeben. Nicht nur die Posts waren das Problem, auch das Layout etc.  Inzwischen habe ich einen HTML Kurs gemacht – aber das ist ein seeeeehr zäher Prozess. Irgendwas ist ja doch immer falsch. Bloggen war für mich nie wirklich entspannend. Es hat Spaß gemacht, wurde aber schnell verpflichtend (Zwar nur in meinem Kopf, aber das ist ja das wichtigste!) und hat mich unruhig und genervt werden lassen. Darüber nachzudenken war mir zu anstrengend. Überall mein Handy aus der Tasche zu holen um tolle Fotos machen war mir zu doof (Ist es immer noch!).

Trotzdem gibt es hin und wieder hier auf dem OpenBlog einen Beitrag von mir. Einfach weil es manchmal eben Dinge zu erzählen gibt. Zu Themen die gerade beim #dedoc besprochen wurden zum Beispiel. Zu inspirierenden BlogPosts wie dem von Tine (I can eat everything).

Alles was ich hier gesagt habe trifft nur auf mich zu. Ich bin eben so ein Mensch und inzwischen ist das für mich okay. Ich halte mich von gewissen Dingen fern, weil ich weiß, dass es für mich nicht funktionieren würde. Ich mache keine Fotos mehr auf der Straße (Das sieht sowas von dämlich aus… :D). Trotzdem habe ich immer noch meinen kleinen, privaten, diabetes-bezogenen stash an Posts, die auf meinem PC rumlungern. Einfach weil ich die Sachen mal niedergeschrieben haben wollte.

Und das erwarte ich auch von allen Bloggern da draußen! Man merkt ob euch euer Blog Spaß macht oder nicht! Man liest es aus jedem einzelnen Wort heraus, das ihr niederschreibt! Und sobald ihr keinen Spaß mehr habt, werdet ihr über kurz oder lang vermutlich auch Leser verlieren. Was ich z.B. furchtbar finde sind Posts in denen steht „Sorry, der nächste Post kommt, hab gerade keine Zeit“ oder ähnliches. Jeder weiß, dass ihr ein Leben habt und es ist absolut okay, wenn dieses mal Vorrang hat! So soll es auch sein! Hauptsache ihr habt noch Bock auf euren Blog! Und wenn ihr mal keinen Bock habt, dann ist das okay. Trotzdem solltet ihr eure Leser nicht vergessen. Wer Wert auf möglichst viele Lese legt, der sollte diese auch zu schätzen wissen. Je nachdem wo ihr mit eurem Blog hinwollt (Und das ist absolut euch überlassen! Wer nur bloggt um möglichst berühmt zu werden kann damit durchaus Erfolg haben – Es braucht nur Leser!) seid ihr auf diese Leute angewiesen.

Falls ihr mal Lust habt auf einen e-course zum Thema Bloggen, dann kann ich euch Stef’s „Blog what you love“ empfehlen. Im Sommer kann man sich wieder anmelden! Ich hab den Course selbst gemacht als ich schon aufgehört hatte zu Bloggen und fand‘ es einfach super interessant. Es geht überhaupt nicht um Diabetes sondern Bloggen generell und es sind bestimmt Themen dabei die euch so gar nicht interessieren. Aber für mich ist Stef‘ die Vorzeigebloggerin, weil man bei ihr einfach merkt wie viel Spaß sie an allem hat!

In diesem Sinne: Nutzt den Open Blog, liebe Nicht-Blogger! Manchmal muss man einfach mal was los werden und genau dafür ist er gedacht! Ich jedenfalls lasse mich hier immer gerne über Themen aus! ;)

 

Edit: Dieser Post wurde bis jetzt bereits 4 mal verändert/korrigiert/umgeschrieben. Da geht noch was ;)

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Lasst uns über Geld reden...

Da ich am letzten #dedoc-Tweetchat nicht teilnehmen konnte, das Thema aber wahnsinnig interessant finde, habe ich hier noch mal ein paar meiner Gedanken zusammengefasst.

Also: Lasst uns über Geld reden! Da ich im öffentlichen Dienst tätig bin, ist mein Gehalt sowieso kein Geheimnis – das ist ziemlich leicht ergoogelbar, zum mindest der ungefähre Wert ;) Ihr dürft jetzt also alle einmal „Gehalt duales Studium öD Kommune“ googeln und euch dann den schönsten Wert raussuchen ;)

Stellen wir aber zunächst eine Grundlegende Frage: Welche Ausgaben stehen in Beziehung zu unserem Diabetes?

Da wären zunächst die offensichtlichen: Ernährung (Traubenzucker, Apfelsaft in Trinkpäckchen, ich persönlich stehe ja auf Capri Sonne…), Zubehör (Taschen, vielleicht diese bunten Klebeskins für die Pumpe? Vielleicht ein CGMS?), Erhöhte Beiträge bei div. Versicherungen, Zuzahlungen zu Medikamenten.

Weniger offensichtlich hingegen sind andere Sachen. Oppertunitätskosten zum Beispiel. Und sollten wir nicht eigentlich noch einen Risikoaufschlag berechnen? Wer seinen Diabetes früh bekommen hat, hat vermutlich, so wie ich z.B., keine Berufsunfähigkeitsversicherung, keine Krankenzusatzversicherung oder sonstiges. Und die jetzt zu bekommen ist mir viel höheren Kosten verbunden. Uns entstehen also einerseits Verlustkosten, weil wir diese Versicherungen nicht abschließen können. Auf der anderen Seite müssen wir aber auch, im Falle des Falles, unseren Ausfall aus der Arbeitswelt selbst finanzieren! Leben wir also dauerhaft mit dem Risiko irgendwann vor dem finanziellen Ruin zu stehen? Ich persönlich mache mir da schon Gedanken. Was ist denn wenn ich mit 50 nicht mehr in der Lage bin zu Arbeiten? Meine Rente wird da wohl kaum ausreichen, obwohl ich schon während der Schulzeit angefangen habe in die Kassen einzuzahlen. Statt einer BUV habe ich übrigens gleich 2 Unfallversicherungen. Im Falle eines Falles zahlen also immerhin beide. Das fängt den Verlust zwar nicht vollständig auf, aber ist besser als gar nichts.

Und jetzt mal in Zahlen

Das ist der kompliziertere Teil. Wie will man so etwas beziffern? Bei der Ernährung ist das noch relativ leicht. Ich für meinen Teil zahle etwa 10€ pro Monat für Traubenzucker, macht 120€ im Jahr. Hinzu kommt meine neue Obsession für Dr. Pepper, aber das in Zero zu bekommen ist verdammt aufwendig. Die Fahrtkosten/Zeitaufwandsentschädigung zur einzigen Tankstelle bei uns, die das Zeug verkauft, beziffere ich jetzt mal mit 15€ pro Jahr. Ich bin nicht Zuzahlungsbefreit, da ich immer gerade so an der 1% Grenze vorbeischramme. Das sind pro Jahr in etwa 130€. Für Taschen und anderes Zubehör gebe ich maximal 20€ pro Jahr aus. Macht bis hier her 285€ pro Jahr, grob geschätzt. Klingt erstmal schon nach einer Menge aber es ist noch verschmerzlich.

Aktueller Zwischenstand: 285€/Jahr

Arztbesuche nehme ich etwa 5 mal im Jahr wahr. Das hält sich noch absolut im Rahmen. Allerdings sitzt mein Arzt auch 55km von mir entfernt… Mit unserem Alten Auto komme ich da locker auf einen Benzinverbrauch von etwa 10L pro Fahrt, macht bei einem Spritpreis von 1,50€ insgesamt 75€ pro Jahr. Sehr grob!

Aktueller Zwischenstand: 360€/Jahr

Mein Stundenlohn auf der Arbeit ist natürlich nicht so wahnsinnig hoch. Ich komme etwa auf 8,00€ die Stunde. Ich denke ich verbringe in etwa 7 Stunden pro Jahr bei meinem Arzt. Meine Oppertunitätskosten liegen also etwa bei 56,00€. Hinzu kommen Augenarztbesuche (Etwa 2h pro Jahr) die ich sonst weniger häufig wahrnehmen würde, Telefonate mit Arzthelferinnen/Pharmafirmen etc (Etwa 5h pro Jahr) und natürlich das surfen im Internet um mich für eine Pumpe/eine App/ein Zubehör entscheiden zu können (Etwa 3h pro Jahr, informatives Surfen zur eigenen Belustigung nicht mit eingerechnet). Macht insgesamt 10h = 80€ pro Jahr.

Aktueller Zwischenstand: 496€/Jahr

Wenn man jetzt noch Zeit mit einrechnet, die man spaßeshalber mit Diabetes verbringt (In Gruppen rumsurfen, #dedoc, Blogs etc.) dann wird diese Summe vermutlich astronomisch. Ich denke etwa 0,5h am Tag sind das bestimmt. Macht 182,5h im Jahr, dich ich, hätte ich keine Diabetes, vielleicht mit anderen Dingen verbringen würde! Wir sprechen hier übrigens von 1460€ in meinem Fall.

Aktueller Zwischenstand: 1596€/Jahr

 Außerdem kommen hier noch diverse Meet&Greets dazu (Stichwort Eis Essen & Zimtschnecken verdrücken (Fühlt euch beide gedrückt!), WDT und natürlich in 2014 der Type 1 day!). Für die Wochenenden kann man mit 100€ Reisekosten/Verpflegung rechnen, für kürzere Treffen mit etwa 40€ incl. Anfahrt. Macht pro Jahr umgelegt vielleicht um die 200€. Von Oppertunitätskosten mal ganz zu schweigen, aber hier verschwimmt auch die Grenze zwischen rein diabetischen und Freizeit-Gründen. Ich persönlich würde sie hier nicht ansetzen. Schließlich sind diese Leute auch ohne ihren Diabetes ganz nett ;)

Aktueller Zwischenstand: 1796€/Jahr

Und über den Risikozuschlag haben wir noch immer nicht gesprochen. Die PKVs erheben einen Risikoaufschlag für Diabetiker zwischen 20% - 100%. Ich denke als Typ 1er ist man immer einem höheren Risiko ausgesetzt, auch wenn man noch keine Folgeschäden aufweisen kann. Gehen wir einfach mal von 75% aus und setzen diesen Betrag auch bei uns an. 75% von 1796€ pro Jahr sind 1347€. Somit kämen wir auf jährliche Kosten von 3143€ die uns für den Diabetes anfallen, in form von reellen aber auch von versteckten Kosten. Und die Liste ist definitiv noch nicht am Ende.

Vorläufiges Endergebniss: 3143€/Jahr

Auslandskrankenversicherung?

Krankenzusatzversicherung?

Diverse Gutachten für diverse Scheine (Flugschein, Führerschein etc)

Diverse Gesundheitsprüfungen

Kosten für den ganzen verdammten Schriftverkehr (KK, Versandhandel, Hersteller etc….)

Und was ist denn mit den Stromkosten für das Auslesen der Daten aus der Pumpe/dem Messgerät? Wie viel Akkuleistung unseres Smartphones entfällt denn auf Diabetesapps?

Okay, das ist jetzt alles ziemlich extrem und leicht übertrieben. Aber wenn man mal darüber nachdenkt gibt es eine ganze Menge Dinge, die Kosten in Bezug auf den Diabetes verursachen. Bei mir zu Hause nehmen die ganzen Utensilien bereits 2 Regalfächer ein. Ich sollte mir wohl eigentlich mal ein zweites kaufen…

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Wo bleibt der Rest?

Die 3. größte Bevölkerung der Welt – Diabetiker

366.000.000 – In Worten: Dreihundertsechsundsechzigmillionen - Diese Zahl klingt wahnsinnig riesig. Und als Typ 1er sind wir ja noch mal wesentlich weniger aber immer noch so viele! Früher dachte ich auch immer, dass ich bestimmt nie einen Typ 1er auf der Straße oder so treffen werde. Und ehrlich gesagt hab ich das auch bis heute nicht. Dafür hab’ ich viele andere Leute getroffen, Leute nach denen ich aber auch bewusst gesucht habe! Vielleicht bin ich aber auch bereits tausende von Malen an Typ 1ern vorbei gelaufen und habe es einfach nicht geschnallt. Weil man es eben nicht oder kaum sieht.

Ich kenne Menschen mit schweren Behinderungen – wenn man sie sieht weiß man das sofort. Aber Diabetes sieht man, wie viele andere Krankheiten, fast nicht. Man kann nach Anzeichen suchen: Dunkle Fingerkuppen, ein Schlauch an der Hosentasche oder vielleicht ein Armband oder ähnliches was darauf hinweißt. Aber im Einkaufszentrum bleibe ich nicht vor Menschen stehen und frage nach ihren Fingern.

So wenig wie man den Diabetes sieht muss man sich mit ihm auch einschränken. Man kann ja (fast) alles machen! Es besteht gar nicht die Notwendigkeit offen mit der Krankheit umzugehen weil sie mich in kaum einer Lebenslage wirklich einschränkt – je nachdem wie ich persönlich mit ihr umgehe. Dabei macht es das Leben ja nicht leichter wenn ich mich mit meiner Krankheit verstecke.

Schätzungen belaufen sich (je nach Herausgeber) auf etwa 550.000 Typ 1 Diabetiker in Deutschland. Bei vermutlich einem der größten Deutschen Onlineforen sind, laut Website, 9603 Mitglieder angemeldet. Das entspricht gerade einmal 1,75%! Laut dem statistischen Bundesamt besitzen 77% der Haushalte in Deutschland einen Internetanschluss! Also wo ist der Rest?

Zugegebenermaßen bin ich selber erst spät zu der Community dazugestoßen. Das hatte primär folgenden Grund: Der Diabetes war so selbstverständlich das ich gar nicht auf die Idee gekommen bin danach zu Googeln! Warum denn auch? Inzwischen bereue ich es nicht eher getan zu haben.

Deshalb ist #dedoc eine wunderbare Idee: Wir sollten Menschen erreichen! Wir sollten eine Schnittstelle bieten zwischen den einzelnen Communitys, Blogs, Gruppen und Foren! Man sollte Leuten aufzeigen welche Möglichkeiten ihnen das WWW eigentlich bietet! Und dabei natürlich auf keinen Fall das Real Life vergessen!

In diesem Sinne: Wir sehen uns in Berlin!

 

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Informationsgesellschaft/InternetnutzungHaushalte_82011.pdf?__blob=publicationFile

http://de.wikipedia.org/wiki/Diabetes_mellitus

http://www.insulinclub.de/

 

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