OpenBlog von Richard

Der Brief: Dear Dr. Banting ...

„Dear Dr. Banting, I wish you could come to see me. I am a fat boy now and I feel fine.
I can climb a tree. Margaret would like to see you. Lots of love from Teddy Ryder“

dbwDas war der Brief vom fünfjährigen Theodore Ryder kurz nach Beginn seiner Insulintherapie im Jahre 1922!
Er gehörte zu den ersten Menschen die Insulin "künstlich" dem Körper zuführen konnte und so war es ihm möglich das Alter von 76 zu erreichen.
Bis dahin war die Diabetes Diagnose gleichbedeuten mit dem Todesurteil, denn an einer wirklichen Behandlung war nicht zu denken.
Das ist grade mal 92 Jahre her ... nicht sehr lange. Wir haben also Sir Banting einiges zu verdanken.

Heute können wir froh sein in dieser Zeit geboren worden zu sein.
Insulin ist in der westlichen Welt in ausreichenden Mengen vorhanden und jeder kann es zur Behandlung bekommen. Nur leider gilt es nicht für die gesamte Welt, viele Diabetiker haben kein Insulin zur Verfügung oder nur sehr wenig. So passiert es, dass auch Heute Menschen sterben, weil Sie kein Insulin haben. 

Darum lasst uns auch den Welt-Diabetes-Tag nutzen um auf diese Probleme aufmerksam zu machen!
Zum Beispiel das Projekt: Insulin4all ... es liegt an uns auf die Probleme aufmerksam zu machen ...

We believe that everyone with diabetes has the right to insulin, test strips, diabetes 
education, and support - no matter where they live.
Let's use World Diabetes Day to speak out.

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Tag X – der Tag an dem der Diabetes kam #DBW2014

dbw

Oh ja ... es war der 6. Juli 2000, ein wunderschöner Tag mit blauem Himmel (wie ich Heute weiß), 2 Wochen vor den Sommerferien, 3 Wochen vor dem Urlaub in Kroatien.
Ich begann den Morgen wie immer, fertigmachen zur Schule, etwas Essen und dann los, ich bin noch mal auf den Balkon und schaute mich kurz um, sagte dann "Mutti, ist aber ganz schön neblig Heute". Was soll ich sagen, es war klares Sommerwetter, kein Wölkchen am Himmel. Somit ging es nicht zur Schule sondern zum Arzt.

Schon in den Tagen zuvor war schon einiges nicht mehr wie sonst. Nachts bin ich aufgestanden und habe stilles Wasser getrunken (literweise), welches ich sonst mit einem großen Bogen gemieden hab. Ich war müde, platt, leicht unausgewogen ... die Symptome aus dem Lehrbuch (wie ich nun weiß). Ein paar Tage zuvor war ich auf Klassenfahrt, somit schob meine Familie es damals zuerst noch auf den dortigen Schlafmangel ;). Es hegte sich jedoch langsamer der Verdacht, dass es nicht die Klassfahrt war sondern etwas anderes sein müsste. Das Wort "Diabetes" wurde in meiner Gegenwart jedoch noch nicht genannt. Also ging es an dem besagten 6. Juli dann zum Arzt.

Dort angekommen wurde ein schneller Urintest gemacht, dann zum Labor Blutabnehmen und  ... kurze Zeit später ... sprach die Ärztin den Verdacht aus Diabetes Mellitus Typ 1 (Blutzucker von 22,3 mmol/l (405 mg/dl)). Kurzer Anruf im Krankenhaus und dann ging es auch schon dort hin. Ich glaub damals hab ich das Ganze noch nicht wirklich realisieren können, es war einfach eine Portion zu viel für mich. Vor allem mit dem Wissen das ja in 3 Woche der Urlaub los gehen sollte ... Was sollte ich den jetzt im Krankenhaus? Wann kann ich hier wieder raus? ... das waren meine Gedanken damals.

40780406_M.jpgBald schon kam dann die Diabetologin, hatte mit meiner Mutter gesprochen und dann mit mir. Alles kurz erklärt und mir das "Diabetes-Buch für Kinder" geben mit den Worten "Ich habe gehört, dass es bald in den Urlaub geht, wenn du gut bist liest du dies hier und wir sprechen morgen nochmal über alles in Ruhe aber eigentlich sehe ich kein Problem mit dem Urlaub". In dem Moment sah man mir wohl meine Erleichterung an. Doch Sie legte noch nach "Möchtest du denn jetzt selbst das Spritzen üben? Denn, dass musst du bist zum Urlaub gut können". Ich war so in Gedanken und von den ganzen Eindrücken überflutet, dass ich einfach nur "Ja" gesagt habe. Kurze Zeit später verabschiedete sich meine Mutter um mir ein paar Sachen zu holen und die Schwester kam. Sie zeigte mir die Einmalspritzen und meinte "Heute musst du es noch nicht machen, wir üben Morgen gleich mit dem Pen". Ich war wieder etwas erleichtert ...

Ich laß den restlichen Nachmittag/Abend das Buch, ich hatte es noch an dem selben Tag durch. So ging ich dann voller Wissen und Fragen zur Ärztin und sie war ganz erstaunt das ich schon alles "aufgesogen" hatte, auch der Umgang mit dem Pen war dann Thema und das erste mal selbst Insulin spritzen.
Alles verging irgendwie wie im Fluge in den darauffolgenden Tagen: Schulungen, Ernährungsberatung, Besuch, ... und viel Langeweile ... naja Krankenhaus halt. 

Pünktlich am Tag der Zeugnisausgabe wurde ich "Entlassen" und bin auch noch zur Schule um mein Zeugnis abzuholen. Dann ging es in den Elektronik Fachmarkt um eine Küchenwaage zu besorgen (welche bis vor wenigen Monaten ihren Dienste tat, nun ersetzt werden musste). Und der Alltag holte mich ein ... die Ferien und natürlich auch der Urlaub in Kroatien. 3 Wochen Strand, Sonne, Spaß haben (zumindest für mich), denn ich glaub meine Familie hat es damals noch nicht so locker gesehen. Was passiert mit dem Blutzucker im Wasser etc ... aber es ging alles gut und es brachte auch dort im ganzen eine Normalität zurück.

Morgen werden es 5200 Tage oder ander gesagt 14 Jahre und fast 3 Monate. Die Zeit vergeht ... der Diabetes blieb und wird es wohl auch noch ... aber dennoch hat der Diabetes nie mein Leben bestimmt, wir haben uns arrangiert.
Der Diabetes hat mich zum Teil zu dem Menschen gemacht der ich Heute bin, hat mein Leben mehrfach in andere Richtungen gedreht. Wer weiß was ohne wäre  ... Eines weiß ich jedoch ziemlich sicher, ich hätte einige tolle Freunde weniger, die ich durch diese "Diabetes" kennenlernen durfte, mit denen ich schon viel Zeit verbringen konnte, lustige Momente hatte und welche einem auch immer wieder zeigen das man nicht alleine ist. 

Vor ein paar Jahren, hatte ich über 2 bis 3 familiäre Ecken erfahren, dass ich damals einen Rekord im Krankenhaus aufgestellt hatte. Am 2. Tag schon selbst Insulin gespritzt und nach 13 Tagen wieder raus. Das wurde den nachfolgenden Patienten immer gesagt. Heute denke ich das 13 Tage recht lang sind ... aber es sind ja auch 14 Jahre vergangen ... da ändert sich so einiges.

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Technik, die begeistert - #DBW2014

Stell Dir vor, Du wärst Produktentwickler bei einem großen Pharmaunternehmen. Wie würde ganz realistisch Deine TraumInsulinpumpe, Dein TraumMessgerät oder Dein TraumPen aussehen!? Und was erwartest Du von der Zukunft in den nächsten 5 Jahren?

dbw

Wer mich kennt weiß, dass ich eigentlich nicht der Schreiber (Blogger) bin, fühle mich eher im Hintergrund wohl und sorge dafür das es läuft (wie auch hier ;) ). Nur dieses Thema finde ich spannend ... a persönlich und b halt auch beruflich.

Ich bin Realist genug um zu wissen das in den nächsten 5 Jahre keine riesigen Schritte in der technischen Entwicklung bei Medizinprodukten passieren werden. Dazu kenne ich die Entwicklungsschritte und Zeiträume zu gut aus meinem Beruf.
Wenn ich überlege was in den vergangenen 14 Jahren alles schon passiert ist ... "Damals" waren Pumpen Exoten ... H-Tron, D-Tron. Erinnert sich noch wer? Heute ist eine Pumpe schon etwas normales, zumindest kennt der Sicherheitsdienst am Flughafen die Pumpen schon und schaut einem nicht schräg an. Von daher sehe ich eher eine größere Zeitspanne was die rein technische Entwicklung an geht. Obwohl vieles schon längst im Alltag vorkommt nimmt es nur langsam Einzug in die Welt der Medizinprodukte.

Als Produktentwickler oder leitender Verantwortlicher würde ich mich dafür stark machen, dass die Geräte solide weiter entwickelt werden und vor allem sicher und zuverlässig laufen. Denn das ist bei einem Medizinprodukt meiner Meinung nach das A und O. Ich braucht kein TouchDisplay oder Hochglanzplastik außen rum, sondern ein Gerät auf das ich mich verlassen kann! Das sehe ich beim den Pumpen, CGMs oder dem FGM (flash glucose monitoring) genauso wie bei Messgeräten und Pens. 

Ich würde zudem versuchen einen Kommunikationsstandard zu entwickeln. Wie praktisch wäre es wenn jedes Messgerät zu jeder Pumpe seine Werte schicken könnte oder sogar noch weiter zum Smartphone in die Tagebuch-App. Ein Pen könnte auch sein letzte Dosis an die App senden und alles landet dann schön aufbereitet in der Anzeige und ich kann dort dann wirklich etwas erkennen und Schlüsse ziehen ... ohne großen Aufwand.
Das i-Tüpfelchen dazu wäre dann noch etwas Intelligenz, wenn ich am Montag morgen bis 9Uhr noch kein Eintragung gemacht hab sendet die App an meine SmartWatch einen Hinweis "Hey, was los keinen Hunger?" weil ich sonst immer zwischen 8 und 9 frühstücke ... natürlich kennt das System auch meinen Kalender und weiß das ich Dienstag Urlaub hab und fragt mich erst um 12Uhr ;) Oder die App wundert sich warum ich in der Pumpe einen Bolus abgebe aber keine Mahlzeit dokumentiere oder oder oder ... dort ist noch viel Potenzial ... unsere Smartphone Tastaturen wissen ja auch was wir schreiben wollen wenn wir nur wild auf dem Screen "rumwischen" oder nur ein paar Buchstaben tippen. Auch hier muss man dann abwägen wie weit es gehen soll, aber so eine kleine Hilfe im Alltag fänd ich schon klasse.

Genau an solchen Punkten sollte die Industrie ansetzten, auch wenn dort enorme Hürden zu bewältigen wären. Ich denke da an die Sicherheit, denn die ist glaub ich auf diesem Gebiert nochmal ein um einiges wichtiger als wenn ich einen E-Mail auf dem Smartphone anfange zu schreiben und dann weiter auf dem Tablet bis ich diese dann am Rechner absenden möchte. Wie sagt man dort so schön ... Probleme sind dazu da Lösungen zu finden.

Zwei weitere Aspekte bei dem Thema (Technik und Zukunft) sind auch noch wichtig.
Wie schon angedeutet, die Frage der Zulassung ... wer stellt sicher das mit dem Update von Gerät X auch noch das Gerät Y funktioniert und wie kann man Überhaupt ein Update machen? Habt ihr euch nicht auch schon mal gefragt warum man nicht einfach ein Messgerät und Pumpe mit einem Update mehr Funktionen spendiert? Im Alltag passiert das doch ständig bei vielen unserer technischen Geräte im Haushalt. Relativ simpel ... keine Firma, kein Mensch möchte die Verantwortung tragen oder kann vorher alle Konstellationen testen um sicherzustellen das es funktioniert. Es sind Medizinprodukte wo unser Leben dran hängt (Pumpe) und keine Unterhaltungselektronik worauf wir eigentlich auch verzichten könnten ;)
Das zweite Problem, wer soll es bezahlen? Schon jetzt muss diese Frage recht häufig in der Medizin gefragt und beantwortet werden, nicht nur bei Hilfsmitteln sondern auch bei Medikamenten. Forschung und Entwicklung kosten Geld, viel Geld ... dann die Anforderungen an die Zulassung ... und im Zweifelsfall nur eine kleine Gruppe Menschen die es nutzen können/wollen. Denn auch wir T1'er sind nicht der sehr große Markt ... 

 

Ich würde sagen, lassen wir uns überraschen und schauen am 25. September 2019 nochmal was sich wirklich getan hat ... ich bin sicher es wird sich einiges ändern die Frage ist nur was und wie ;)

 

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