Gastbeiträge

same same but different

Hallo,

ich bin Christian von http://www.tropfrate.de und schreibe bei der Blogparade mit. Nun mein Blogeintrag geht darum, dass jeder der Diabetes hat, aber doch verschieden ist.

Es ist vielleicht verwirrend, aber wenn man es genauer betrachtet und nach einem Blutzucker Battle den Titel nochmals durchliest klingt es logischer. Ich kam auf den Titel als ich in Wien war und mysugr besucht habe, dort bestritt ich mit Fredrik und Anton (Mitarbeiter von mysugr) ein BG Battle.

Wir sollten das Gleiche essen und alle das selbe machen, sprich: messen kurz und knapp alle sollen in dem Zeitraum das Gleiche tun. Wir legten unseren Zeitraum auf 3 Stunden fest. Also begannen wir mit dem 1. Messen, dem Essen und natürlich dem SPRITZEN.

Nach den 3 Stunden und verschieden zusammengekommenen Werten viel mir auf, wir aßen alle das Gleiche, haben alle Diabetes Typ 1, aber rechnen verschieden und spritzen verschieden und kommen alle mit einem guten Zucker raus.

Für mich ist das irgendwie ganz komisch daran zu denken, uns fehlt ja allen das Gleiche, die Inselzellen unserer Bauchspeicheldrüse, die ja das Insulin produziert, aber trotz dem gleichen Defizit müssen wir unterschiedlich rechnen und spritzen um einen normalen Blutzucker zu erreichen. Es ist mir klar, dass jeder Mensch anders gebaut ist und anders auf das Insulin reagiert aber irgendwo sind wir ja gleich, das Insulin ist eigentlich auch gleich und es veruscht unseren Zucker nach unten zu bringen. Es klingt alles ziemlich verwirrend, aber wenn ihr euch mal damit auseinander setzt, kommt ihr vielleicht auch auf den gleichen Gedanken und müsst schmunzeln.

Hoffe das ihr meine Gedanken zu dem Thema verstehen könnt :)  

~ Christian

 

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Diabetes – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Hallo, mein Name ist Steffen. Eigentlich schreibe ich auf www.blue-circle-blog.de rund um Diabetes. Auf meinen Blog erfahrt Ihr auch mehr über mich, aber im Rahmen des Open-Blog möchte ich heute gerne hier einige Gedanken mit euch teilen.

Die Poster zum Welt-Diabetes-Tag und die geschätzte Zahl der weltweiten Diabetiker auf der Website Welt-Diabetes-Tag.de verdeutlichen es: Diabetes ist auf der Liste der bevölkerungsreichsten Länder auf Platz 3 geklettert und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die Vereinigten Staaten von Amerika, belegt nur noch Rang 4.

Ist somit Diabetes das neue „Land“ der unbegrenzten Möglichkeiten?

Wenn man sich die medizinische Versorgung anschaut dann geht es uns in Deutschland zwar wesentlich besser als vielen Diabetikern in anderen Ländern, aber Einschnitte wie zum Beispiel die Limitierung der kassenärztlichen Vereinigungen bei Teststreifen zur Blutzuckermessung schränken uns und unsere Lebensqualität leider ein.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen der Pharmaunternehmen können zwar teilweise sehr ausgereifte Produkte vorweisen, aber in den Genuss dieser massiv zur Lebensqualität von uns Diabetikern beitragenden CGM Systeme kommen aufgrund der nicht unerheblichen Kosten und der ablehnenden Haltung der Krankenkassen nur die wenigsten. Das ist wirklich sehr schade. Insbesondere die Sorgen von Eltern, dass ihr an Diabetes Mellitus erkranktes Kind in der Nacht eine starke Unterzuckerung erleidet könnten so einfach genommen werden.

Als unbegrenzte Möglichkeit kann man die immer wieder auftretenden Hindernisse beim Führerschein ja auch nicht sehen. Natürlich müssen wir Diabetiker sehr verantwortungsvoll sein, wenn wir ein Auto fahren wollen um zum Beispiel die geforderte Flexibilität im Beruf zu erfüllen. Aber wenn schon die Teststreifen eingeschränkt werden – siehe oben – wird natürlich eine ständige Kontrolle der Blutzuckerwerte vor dem Fahrtantritt erschwert.

Und sobald ein Diabetiker mal in einen Unfall verwickelt ist wird es natürlich gleich in den Medien dargestellt, dass alle Diabetiker ein hohes Gefahrenpotenzial darstellen. #FAIL

Zum Thema Diabetes und Führerschein empfehle ich übrigens diese Seite: http://www.diabetes-und-recht.de/fuehrerschein/

Aber eins ist klar. Das „Land“ Diabetes ist auf jeden Fall: The Home of the Brave!

In diesem Sinne # NeverLetDiabetesBeatYou und #RiseAboveDiabetes

 

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Blogparade - Ein Diabetesjahr im Blick

Puha, was für ein Jahr mit meinem Diabetes. Es sind einfach so unglaublich viele coole Dinge passiert und heute möchte ich das Diabetesjahr mit euch noch einmal aufarbeiten um euch einen Einblick zu verschaffen, was so alles geschah.

Alles fing damit an, dass ich mich langsam in die Social Media Welt des Diabetes gearbeitet habe. Wordpress, Facebook, Twitter, Instagram und was es noch alles gibt. Ich baggerte tief in den Welten des Netzes und stieß dann zwangsläufig irgendwann auf einen Diabetes-Blog. Dieser wahr, wie unerwartet :-P mein-diabetes-blog.com von Ilka und Finn. Ich schaute mir verschiedene Artikel an und fand die Sache über seinen Diabetes zu schreiben unglaublich interessant und eine super Idee. Dann habe ich lange darüber nachgedacht ob ich nicht auch darüber schreiben sollte, was so in meinem Leben und dem Diabetes passiert. Also fing ich einfach ca. Mitte Mai damit an! Ich merkte schnell, dass mir die Sache mit dem bloggen viel Spaß macht und ich dadurch viel Motivation sammeln konnte. Außerdem kamen dadurch natürlich auch Kontakte zu den verschiedenen Bloggern auf. Auch die #dedoc Community blieb da nicht lange fern und ich beteiligte mich und war im wöchentlichen #Tweetchat gern mit dabei und tauschte mich mit den anderen über viele Themen aus.

Dann rief irgendwann der Lauf zwischen den Meeren. Ich selbst habe Jahrelang nichts an Sport betrieben und wusste daher nichts darüber. Aber es war die Chance die erste Gruppe der Community mal endlich Live sehen zu können und mich mit ihnen austauschen zu können... So von Angesicht zu Angesicht. Da ich in Flensburg wohne, ist der Lauf zwischen den Meeren nicht so weit weg von mir und ich nutze diese Gelegenheit. Es waren 2 unglaublich tolle Tage in Damp und Schleswig, welche ich sehr genoss. Ich weiss nicht ob es an der Gemeinsamkeit liegt, das der Diabetes da ist, aber alle haben sich super verstanden und hatten Spaß. 

Beim LzdM hatte ich auch das erste Mal die Gelegenheit eine Insulinpumpe in voller Blüte zu sehen und konnte erfahren, was genau so ein Ding bietet und welche Möglichkeiten dadurch geschaffen werden. Als ich diagnostiziert wurde, wollte ich auf keinen Fall eine haben, Schlauch, ewig an mir, NE! Das hat sich nach dem Lauf schlagartig verändert. Ich fand eine Pumpe sehr interessant und hab mich mehr darüber informiert. Schlussendlich habe ich mich dann dafür entschieden, auch eine Insulinpumpe tragen zu wollen. Also fing ich an mit meiner Ärztin und meiner Diabetesberaterin alles fertig zu machen um meine hoffentlich baldige Pumpe zu beantragen. Das zog sich natürich alles etwas hin und war viel Stress.

Dann kam ein Projekt nur für mich und meine Tattooleidenschaft: Mein Diabetes-Tattoo. Viel dazu erklären möchte ich hier gar nicht, schaut es euch einfach an :). Ich liebe es! 

Dann hörte ich vom Color Run in Hamburg. Eine veränderte Art des bekannten Holi Festival. Nur eben mit einem 5km Lauf gekoppelt. Daran wollte ich unbedingt teilnehmen, auch aus dem Grund das es ein Lauf war, der nicht so ernsthaft war, es ging eher darum viel Spaß dabei zu haben. Ich schloss mich also der Gruppe an und nahm daran teil und bewältigte den Lauf. Danach gab es noch eine riesen Party. Das war ungaublich spaßig und tat einfach gut.

 

 

Dann kam mein erster DiaStammtisch. In Hamburg treffen sich einige Leute einmal im Monat zum Stammtisch, wo viel gegessen, getrunken und ausgetauscht wird. Nicht nur über den Diabetes, auch viel allgemeines. Einfach eine nette Runde, die einen netten Abend zuammen verbringt. Normalerweise ist dieser Donnerstags, aber ausnahmsweise wurde er mal auf einen Freitag verlegt, damit danach noch weitergezogen werden kann. Wir waren schön essen beim Inder, danach ging es dann los auf die Reeperbahn. Die ganze Nacht wurde durchgefeiert und durchgetanzt.

Nach dem Color Run und de Stammtisch musste ich mich wieder meinem Pumpenantrag widmen. 3 Monate BZ-Tagebuch wollten ja noch eingereicht werden. Die ganze geschichte zog sich hin wie Kaugummi und langsam wurde ich immer genervter. Dann irgendwann. Der langersehnte Anruf meines Sachbearbeiters der Krankenkasse. "Deine Insulinpumpe wurde genehmigt, hab schon alles weitergeleitet und sie sollte nächste Woche in der Praxis sein." Als der Anruf kam war ich gerade auf der Arbeit und musste dort durch freudig durchdrehen. Aber wenn es dann so einfach wäre... Klar. Eine Schulung musste sein. Termin dafür stand auch. Da war nur ein Problem. Ich arbeite im Schichtdienst. War eine Woche krank und hatte eine Woche Urlaub. Danach wäre dann direkt die Schulung gewesen, aber 3 Wochen am Stück von der Arbeit weg?! Nein das konnte ich nicht. Also gab es erstmal eine Zeit voller Stress mit meiner Praxis, da ich unbedingt die Pumpe dran haben wollte. Es gab aber keine andere Lösung. Ich musste zu dieser Schulung. Glück gehabt, dann kam der Novemberdienstplan reingeschneit und ich sah, dass ich sowieso Anfang November viel frei hatte. Das erleichterte mir so einiges. Also zack, Anruf in der Praxis, bin dabei! So kam es dann auch...

Eine Woche Pumpenschulung. Begeistert war ich nicht, aber was muss das muss. Viele Sachen die in einer normalen Einstellungsschulung durchgenommen wurden, kamen natürlich vor. Hypo, Hyper, Keto und der Alkohol. Alles schonmal gehört. Das viel wichtigere war aber die Sache mit der Einstellung. Unter Pumpentherapie muss einfach mal Alles umgestellt werden. Am ersten Tag nach der Schulung waren meine Werte super und ich dachte schon:" Boar das läuft ja mega gut!" Das verhunzte mir dann der zweite Tag wieder sofort :D. In der Woche bin ich zu nicht einem einzige Basalratentest gekommen, da irgendein Wert mir das immer versaut hat. Also war die Schulung was meine Einstellung angeht noch nicht so arg erfolgreich, aber das habe ich erwartet. Klar das die ganze Sache ihre Zeit benötigt, aber wenn erstmal alle Faktoren stimmen, dann läuft die Sache auch.

Was folgt nun? Es wird mein erster Welt-Diabetes-Tag sein, bei dem ich dabei bin. Am 17.11 stürme ich Berlin. Wird nicht nur das erste mal WDT, sondern auch allgemein mein ertses Mal in Berlin sein. Höchstwahrscheinlich gehe ich irgendwo verloren. Erwartungen habe ich eigentlich keine vom WDT, da ich mir überhaupt nicht vorstellen kann wie dieser sein wird. Ich lass mich da einfach komplett überraschen und schaue was der Tag so bringt. Ich freue mich auf jeden Fall auf alle Leute die dabei sein werden und die man dort persönlich treffen kann.

Auf einen schönen Tag zusammen!

Bis Berlin

Euer Matthias Lindl von typ1liveblog.de

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Eine Reise ins „Dia-Land“…

2009 wurde ich zum unfreiwilligen Auswanderer. Ich war auf einer Reise zum süßesten Land der Welt. Die Reise begann eher zufällig und ohne, dass ich es wusste. Anfangs bemerkte ich noch nicht einmal, dass ich mich bereits auf Reisen befand, doch ich war unterwegs. Ich hatte das Gefühl, gut ein Jahr lang auf einer Art Safari zu sein. Irgendwo, wo es anstrengend und sehr warm und trocken war. Ich fühlte mich schlapp, hatte ständig Durst und nahm einfach so jede Menge ab. Irgendwann kam mir die Reise „spanisch“ vor und ich fragte einen Ortskundigen mit medizinischem Wissen nach dem Weg. Erst mit Nachdruck schaute er sich meine Reiseroute mal genauer an. Mit Erschrecken stellten er und ich fest, dass ich im „Dia-Land“ angekommen war. Plötzlich wurde mir klar, ich bin nun ein Bewohner der drittgrößten Nation der Welt und dass es auch kein Zurück mehr gibt. Ein einheimischer Medizinmann legte mir zunächst einige Verhaltensregeln nahe, besorgte und erklärte mir einige Hilfsmittel. Er vermittelte mir einen Kurs, der mir das Leben und die Sprache im „Dia-Land“ etwas näherbringen sollte. Der anfängliche Schock wich nicht so schnell. Ich war jetzt also in einem neuen Land und wusste nicht, was mit mir so passieren würde. Kein Rückfahrticket? Puh…

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich mit dem Gedanken angefreundet hatte. Aber den Kopf in den Sand stecken ist nicht meine Art. Also auf, um Land und Leute kennenzulernen. Mir fiel ein, dass ich bereits einen Diabetiker (so nennen wir uns im Dia-Land) kannte. Ich bin mit ihm damals zusammen zur Schule gegangen. Ich wusste zwar damals schon, dass er einer von "denen" ist, aber mehr Gedanken hatte ich mir nicht gemacht. Also habe ich Kontakt aufgenommen. Schnell musste ich feststellen, dass es viele nette Leute hier im Dia-Land gibt. Es wird auch eine eigene Sprache gesprochen. Es hat eine Weile gedauert, die Sprache zu lernen. Es werden sogar verschiedene Dialekte gesprochen. "Penner", "Pumper" und "CGM" sind die drei wichtigsten Dialekte, die ich bisher lernen konnte.

Mir ist aufgefallen, dass die Nation sehr tolerant und diszipliniert ist. Dem aufmerksamen und engagierten Diabetiker bietet die Nation viele interessante Möglichkeiten, sich im Land zurechtzufinden. Es ist sehr technikorientiert und geht stets mit der Entwicklung. Leider sind die meisten Diabetiker von Zahlungen einer gewissen Institution abhängig, die ihnen das Leben im Dia-Land ermöglicht. In den meisten Fällen ist nur eine Grundversorgung gesichert und für Innovationen sowie neue Wege fehlt oft das Geld.

Nach einigen Jahren im Dia-Land komme ich hier nun sehr gut zurecht, spreche gleich zwei Dialekte fließend und kenne mich mit ihrem Rechtssystem relativ gut aus. Ich habe hier Freunde gefunden und schon einige tolle Aktionen mit ihnen unternommen. Als Diabetiker ist es jedoch manchmal etwas schwierig andere Länder zu bereisen, weil man dabei das Dia-Land nie so richtig verlassen kann. Aber das hindert mich nicht meinen Weg zu gehen.

Fazit: Mit etwas Disziplin und Engagement lebt es sich hier ganz gut. Wir Diabetiker sollten zusammenhalten, uns motivieren und voneinander lernen! Auch wenn wir besonders sind, sind wir doch wie alle anderen Menschen. Und es gibt viele, die das viel schwerere Los im Leben gezogen haben. Also Brust raus, Kopf hoch und genießt jede freie Minute! :-)

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Wir sind unter Euch und wir sind viele

Hallo!! Hier schreibt Sascha von sugartweaks.de

Nach aktuellen Statistiken sind weltweit ca. 384 Millionen Menschen von Diabetes betroffen. Das sind schon jetzt etwas mehr als 5% der Weltbevölkerung. Und die Zahlen steigen stetig.Nehmen wir nun einmal an, es gäbe ein Land namens „Diabetes“. Dieses Land würde in der Top 10 der bevölkerungsreichsten Länder aktuell den dritten Platz belegen. Also direkt nach China und Indien und weit vor den USA oder gar Deutschland.

Über die Wahrnehmung von Diabetes.

Angesichts dieser alarmierenden Zahlen frage ich mich, warum Diabetes in der Öffentlichkeit noch immer so wenig wahrgenommen oder nur stiefmütterlich behandelt wird. Klar, ich schreibe dieses aus der Sicht eines von Diabetes betroffenen Menschen. Vor meiner Diagnose hatte ich auch keinen blassen Schimmer davon was Diabetes ist. Ich wusste, dass es diese Krankheit gibt und es irgendwas mit Blutzuckerwerten zu tun hat und das war es dann auch schon. Ich war ja (noch) nicht betroffen und Diabetes hatten immer nur die anderen. Warum sollte ich mir also Gedanken darüber machen. Von daher erwarte ich auch nicht von jedem, dass er zu 100% über Diabetes informiert ist.

Was mich jedoch schon ein wenig ärgert ist, dass viele Aussagen zu Diabetes sinngemäß so klingen:

„Okay, Diabetes ist Scheisse aber damit kann man doch heutzutage gut leben. Da gibt es weitaus Schlimmeres.“  

Kurz gesagt bekommt man den Eindruck, dass Diabetes in der gleichen Liga eingeordnet wird wie eine „Sommer Grippe“ oder eine Allergie.

Beruflich bedingt bin ich selber häufig auf Konzerten, Events oder anderen Massenveranstaltungen unterwegs. Häufig frage ich mich, wie viele Diabetiker wohl gerade anwesend sind und versuche die oben erwähnten Zahlen auf das anwesende Publikum herunter zu brechen. Witziger Weise achte ich mittlerweile viel stärker auf „Diabetes Hinweise“. Immer öfter entdecke ich Insulinpumpen, CGM Systeme, Blutzuckermessgeräte oder einfach nur weggeworfene Teststreifen.

Diabetes ist nun keine Krankheit die man einem Betroffenen direkt ansieht. Ganz im Gegenteil. Der Verlauf ist schleichend und heimtückisch, denn das gefährliche ist nicht der Diabetes selber, sondern die Schäden und langfristigen Spätfolgen die dieses Biest verursachen kann bzw. nach sich zieht. Auf dem ersten Blick sieht man es den Diabetikern nicht an, mit was er tagtäglich rumärgern muss.
Dazu kommt noch, dass nicht jeder Mensch mit Diabetes diesen gerne zur Schau trägt. Das hat sicherlich viele gute Gründe. Dennoch erkennt man als Typ1 Diabetiker hin und wieder seine Leidensgenossen. Und das sind gar nicht wenige.

Ist man von Diabetes nicht betroffen, hat man naturgemäss auch keine dahin gehend geschärfte Wahrnehmung seines Umfeldes. Klar weiss man, dass es uns gibt, aber es fällt halt keinem unmittelbar auf. Dieser Umstand erinnert mich oft an den Horror Film „ Sie leben “ aus den 80er Jahren von John Carpenter.
Im Film kann der Hauptdarsteller, mit Hilfe eine speziellen Sonnenbrille, Außerirdische sehen die sich frei innerhalb der Bevölkerung bewegen und deren Ziel es ist die Menschheit zu versklaven. Zugegeben, der Vergleich ist überzogen und hinkt etwas, beschreibt aber meiner Meinung nach recht treffend die Wahrnehmung von Diabetes hierzulande.

„Sie sind unter uns“ und „Sie kosten uns viel Geld“

Was wäre wenn Diabetes ein Land wäre ?

Bis dato macht die Zahl der Diabetiker in unserem schönen Land schon einen Anteil von 7 % der Gesamtbevölkerung aus. Doch dieser Anteil wird in Zukunft Aufgrund der immer noch steigenden Diabetes Neuerkrankungen immer grösser werden.

Stellen wir uns also vor es gäbe tatsächlich ein Land dessen Bevölkerung ausschliesslich aus Diabetikern bestehen würde. Jeder Einwohner egal ob jung oder alt hätte in irgendeiner Form mit Diabetes zu kämpfen. Kurz gesagt ein Land, dessen wirtschaftlicher Erfolg in unmittelbaren Zusammenhang mit der Volksgesundheit steht.

Wie sähe wohl das tägliche Leben in diesem Land aus? 

Würde man sich als Einwohners dieses Landes auch benachteiligt, unverstanden oder schlecht versorgt fühlen? 

Müsste man in diesem Land dann auch mit Vorurteilen leben, die einem suggerieren,
dass man an seiner Erkrankung ja selbst die grösste Schuld trägt ?

Wie sähe es dort mit der gesundheitlichen Versorgung aus? 

Würde man dort auch regelrecht betteln müssen, um die benötigten Hilfsmittel zur
Behandlung seiner Krankheit in ausreichender Menge und Qualität zu bekommen?

Würde auch dort nur das absolut nötigste getan, um die Krankheit einzudämmen? 

Könnte es sich die Regierung dieses Land leisten, vor der Krankheit die Augen zu verschliessen?

Hätte man als Diabetiker dort auch das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen
oder würde es ein weitaus stärkeres „Gemeinschafts Gefühl“ geben? 

Würde Prävention dort eine grössere Rolle spielen?

Zurück ins hier und jetzt.

Gut, bisher war alles das reine Fiktion. 

Es gibt kein Land namens „Diabetes“. Was es allerdings sehr wohl gibt, ist die weltweit steigende Anzahl von Menschen mit Diabetes. Glücklicher Weise hat auch nicht jeder Einwohner Deutschlands Diabetes. Das Glück der einen, bedeutet aber im Umkehrschluss auch das Pech der anderen. Und als hätte man als chronisch Kranker nicht schon genug Pech, sieht man sich zudem oft einer öffentlichen Haltung ausgesetzt, die uns Diabetiker maximal als Kostenfaktor beschreibt.

Auch wenn es mittlerweile vielversprechende Ansätze der Wissenschaft gibt die Krankheit zu behandeln, ist der Auslöser der Stoffwechselkrankheit immer noch nicht gefunden, und eine kurzfristige Heilung nicht in Sicht.
Bis dahin gilt es Diabetes weiter in den Focus der Öffentlichkeit zu rücken, aufzuklären und zu informieren.

Ich wünsche Euch allen einen grossartigen Welt Diabetes Tag 2013

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3. größte Weltbevölkerung der Erde: Diabetiker!!

3. größte Weltbevölkerung der Erde: Diabetiker!! Ist das nicht erschreckend und zu gleich unverständlich das so viel so wenig davon wissen!!

3. größte Weltbevölkerung das hört sich nach vielen an! In Zahlenausgedrückt Mehr als 370 Millionen leben weltweit mit Diabetes. Erschreckend oder…..!!! Es werden Minütlich mehr! Unsere Aufgabe muss es sein die "Welt" unsere Welt bzw. Umwelt  zu informieren… Um auf Tolaranz und Verständnis treffen zu können.

Zum Weltdiabetestag möchte ich euch meine Geschichte, die so oder so ähnlich tausende male abgelaufen ist, erzählen!!

imageDie Diagnose kam im Jahr 1995 ich war 17 Monate alt, mein Bruder und ich hatten gerade die Windpocken, als ich anfing viel zu trinken und abnahm, ich wog damals 13 kg  und nach 2 wochen nur noch 9,5 kg.  Meine Mutter brachte mich Samstag abends in die klinik BZ( Blutzucker) lag bei 958 mg/dl. So nach 2 Wochen Krankenhaus wurden wir entlassen mit CT (konvntionelle Therapie) , ich hatte ein festen Ess und Spritzplan. Was das bedeutet will ich euch mal an einem Beispiel erklären, Morgens um 7:oo gabs das erste Insulin , 35 Minuten später musste ich 1 BE (Broteinheit;1 BE= 12 g Kohlenhydrate) ,das ist ca ein 1/2 Brötchen. nach 2 Stunden musste ich dann eine Zwischenmahlzeit essen die 0,5 BE hatte (das ist nicht ganz eine halbe Banane). Mittags musste ich 2 Be essen . Nach 2 Stunden musste ich wieder eine 1/2 BE essen und abends musste ich noch mal 2 BE essen.

Was passierte, wenn ich das nicht getan hab, wenn ich das nicht auf essen wollte dann war die Gefahr einer Unterzucker sehr groß, oder wenn ich noch hunger hatte musste ich halt hungrig bleiben.

Meine Kindergartenzeit verbrachte ich in Frankreich, wo ich von der Krankenschwester, die es in fast allen Kindergärten und Schulen in Frankreich gibt, versorgt wurde. Mit der Schulzeit zog ich wieder zurück nach Deutschland, wo ich auf eine neue Insulintherapie eingestellt wurde. Eine ICT (Intensivierte konventionelle Insulintherapie) das bedeute mehr Freiheit. Man hat ein Insulin das 24 Std. wirkt und eins was zur jeder Mahlzeit gespritzt wird.

Auf meiner Schule war ich das erste Kind mit Diabetes! Besonders groß war die Hürde die ich und meine Eltern zu überwinden hatte am Anfang, wollte die Klassenlehrerin mir nicht helfen, weil sie angst hatte was falsch zu machen. Nach Diskussionen beim Schulamt und vielen Gesprächen wurden alle Lehrer auf der Schule geschult. Mein Klassenkameraden wurde Diabetes auch erklärt im Unterricht. Gleichzeitig habe ich mit 6 Jahren mit Judo angefangen.

Neue Schule, ich kam in die Pubertät und ging nicht mehr so offen mit meinem Diabetes um, den Lehrern und Mitschülern erzählte ich nichts. Nur meine beste Freundin wusste das ich Diabetes hab. Unzählige Entgeleisungen und Krankenhausaufenthalte später, so in der 9 Klasse erzählte ich meinen Lehrern und Mitschülern das ich Diabetes hab.

So mit 14 Jahren fing ich an 4-6 mal die Woche zum Judotrainig zu gehen, auf Meisterschaften und fing an mich wieder zu kümmern. Ich machte meine Abschluss, machte mein Abi und machte ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst, arbeitete nach dem FsJ weiter dort und fing nun im Sommer 2013 meine Ausbildung zur Medizinschen Fachangestellten an.

imageDanach möchte ich eine Weiterbildung zur Diabetesberaterin machen. Ich möchte Diabetesberaterin werden weil ich anderen Betroffenen die nötige wissen geben möchte um Offen und Sicher mit ihrer Krankheit umgehen zu können. Meine Insulin bekomme ich mittlerweile über ein Insulinpumpe…

 

 

 

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Wenn Diabetes ein Land wäre...

… dann hätte es nach China und Indien die drittgrößte Weltbevölkerung. Unfassbar? Ja, irgendwie schon. Ich bin seit nun knapp 7 Jahren Diabetikerin. Seither hab ich mich eingelesen, geduldig alle Fragen beantwortet die ich zu beantworten hatte um Aufzuklären. Ja, damals war ich sehr geduldig und auch verständnisvoll. Ich dachte mir: Wie kann ich von anderen erwarten etwas über Diabetes zu wissen, wenn ich vorher noch nie zuvor davon gehört hatte?

Ich habe mich viel mit Krankheiten auseinander gesetzt, auch früher. Aber Diabetes? Keine Ahnung. Was ist denn das? Fragen wir mal die Menschen, die heute so auf der Straße herumlaufen: „Da hat man doch zu viel Zucker oder zu wenig oder?“… „Ist das nicht da wo man immer so viel Zucker essen muss?“ „Das ist doch das, wo man keinen Zucker essen darf.“…

Hmmm… Nicht ganz. Ich mein, Diabetes hat ja kaum einer. Ich kenne niemanden mit Diabetes. Damals hab ich das irgendwo verstanden.

Nach 5 Jahren Diabetes habe ich dann die ersten Diabetiker kennengelernt. Da gibt’s noch welche? Tatsächlich. Sogar einige. Wenn Diabetes ein Land wäre, hätte es die drittgrößte Weltbevölkerung! Es ist irgendwie erschreckend. Zu wissen, dass Diabetes so weit verbreitet ist. So viele Menschen teilen diese Diagnose. Aber alles, was die breite Masse kennt ist „Die haben zu viel Zucker gegessen“, „Selbst Schuld wenn man dick ist“ und vieles mehr.

Es wird Zeit etwas zu ändern, Zeit etwas zu VERändern. Die Diabetes Community wächst und wächst, aber der Wissensstand der Bevölkerung ist immernoch der Gleiche wie vor Jahren.

Und daran sehe ich eine wichtige und große Aufgabe. Aufklärung. Vorurteile bekämpfen. Toleranz schaffen. Einfach nur ein reales Bild der Erkrankung Diabetes zu schaffen. Dafür will ich kämpfen. Und dafür werde ich kämpfen.

Der BlueCircle wird bald nicht mehr nur ein Insider sein.

 

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Packen wir's an!

Eine der ersten Weisheiten, die mir meine Diabetesberaterin mit auf den Weg gab, war folgende: Die Diabetestherapie baut nicht darauf auf, was in der Vergangenheit eventuell schief gelaufen ist, sondern auf dem aktuellen Stand der Dinge und den heute zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten. Schlechte Blutzuckerwerte in meinem Tagebuch kann ich nicht korrigieren, aber ich kann dafür sorgen, dass diese heute und morgen für mich persönlich wieder im optimalen Bereich liegen.

Wenn ich mir die Zahl der Diabetesfälle im Vergleich zur Weltbevölkerung ansehe, kommt mir ein ähnlicher Gedanke. Diabetes ist allgegenwärtig, also klagen wir nicht darüber, sondern packen wir die Herausforderung an. Früherkennung, Behandlung, Aufklärung und Forschung müssen hier eng miteinander verzahnt werden, enger noch, als es ohnehin schon der Fall ist. Therapiemöglichkeiten müssen besser ausgeschöpft werden, schließlich bedeutet das auch mehr Lebensqualität.

Ganz besonders erschreckt mich persönlich die mögliche Dunkelziffer von Diabetesfällen weltweit. Nicht nur in armen Ländern, auch beispielsweise in den USA, wenn man an die dortige Situation bezüglich Krankenversicherungen denkt. Hier müssen einfach Mittel und Wege gefunden werden, die dieses Risiko bändigen können.

Denn eines habe ich dieses Jahr ganz besonders zu spüren bekommen: Es kann jeden treffen. Völlig unvorbereitet, und mit voller Härte.

Packen wir’s an!

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Herzlich Willkommen zum #dedoc OpenBlog und zur Blogparade der Deutschen Diabetes Online Community zum Weltdiabetestag 2013!

Hiermit laden wir alle Blogger und solche, die es gern werden wollen, zur #dedoc Blogparade ein!

Eine Blogparade ist eine Art Flashmob im Netz: Viele Blogger schreiben gleichzeitig einen Beitrag zu ein und demselben Thema, veröffentlichen diesen auf einer zentralen Seite und liken, sharen und verlinken sich gegenseitig – und erzeugen so eine „virtuelle Welle“ im Netz.

Bei der #dedoc Blogparade geht es natürlich um uns und unseren Diabetes. Wäre Diabetes ein Land, hätte es nach China und Indien die drittgrößte Bevölkerung der Welt!

Also: Schreibt Euren ganz eigenen Blogbeitrag, und lasst Euch dabei von dieser Grafik inspirieren! Ihr seid frei in Inhalt und Form – uns interessiert, was Euch bewegt. Und natürlich könnt Ihr auch Bilder und Fotos posten!

Um loszulegen müsst Ihr Euch zunächst per Login registrieren. Der Rest sollte für Blogger eigentlich selbsterklärend sein. Nicht wundern, dass Euer Post nicht sofort erscheint – er muss erst freigeschaltet werden!

Alle Beiträge erscheinen rechtzeitig zum 14.11.2013 hier im #dedoc OpenBlog, auf der #dedoc Fanpage und im #dedoc TweetChat. Außerdem werden sie über die Community (DAS SEID IHR!) geliked, geshared, retweeted und favorisiert.

Die #dedoc Blogparade zum Weltdiabetestag 2013 ist gleichzeitig der Startschuss für das OpenBlog der Deutschen Diabetes Online Community: Ein Blog zu allem, was uns rund um unseren Diabetes bewegt – von uns und für uns!

Mehr Infos zum Weltdiabetestag und zur Zentralveranstaltung von DiabetesDE in Berlin am Sonntag, dem 17.11.2013 im ICC findet Ihr auf www.weltdiabetestag.de und www.diabetesde.org

Fragen zur #dedoc Blogparade und zum OpenBlog? mail@dedoc.de

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